Abzahlen oder lieber doch ansparen ?

Wie Anleger Immobilien finanzieren können

Abzahlen oder lieber doch ansparen?Was gibt es Schöneres, als in den eigenen vier Wänden zu hausen? Schalten und walten zu können, wie man will. Doch bevor es ans Einrichten und Dekorieren geht, stehen ganz andere Dinge auf dem Zettel, die es zu klären gilt. Die Finanzierung ist dabei zweifelsfrei eine der wichtigsten Aspekte.

Es gibt verschiedene Wege, eine Immobilie zu finanzieren. Meist nehmen die Käufer einen Kredit auf und zahlen dann Monat für Monat Tilgungsraten und Zinsen zurück. Doch für erfahrene Anleger gibt es einen anderen Weg: das endfällige Darlehen. Dabei sparen die Käufer die benötigte Summe nach und nach an und tilgen den Kredit fürs Eigenheim erst am Ende.

Wie das funktioniert? Der Immobilienkäufer nimmt dabei ein endfälliges Darlehen auf. Somit sind monatlich nur noch die Zinsen zu zahlen, während die vollständige Kreditrückzahlung erst am Laufzeitende ansteht. Der Vorteil für den Kunden liegt darin, dass er liquide ist. Diese Solvenz kann er dann in einen geeigneten Fondssparplan investieren. Nach zehn Jahren werden die Fondsanteile dann verkauft und das angesparte Vermögen wird dazu verwendet, den Kredit zu tilgen.

Ein Beispiel: Zur Finanzierung eines Hauses benötigt der Käufer 300.000 Euro. Ein Annuitätendarlehen kann er mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 60 Prozent Beleihung für etwa 0,9 Prozent Zinsen erhalten. Bei einer jährlichen anfänglichen Tilgungshöhe von fünf Prozent ergibt sich eine Belastung von 1.475 Euro pro Monat. Damit verleibt nach zehn Jahren eine Restschuld von 143.000 Euro.
Bei einem endfälligen Darlehen liegen die Zinsen etwa bei 0,1 Prozent über dem Niveau von Annuitätendarlehen. Bei einem Zinssatz von 1,0 Prozent werden bei diesem Beispiel also 3.000 Euro im Jahr oder 250 Euro im Monat fällig, die an die Bank gezahlt werden müssen. Übrig bleibt ein freier Betrag von 1.225 Euro im Monat.
Wenn Anleger diesen Betrag in Mischfonds investieren, kann sich das laut einiger Experten lohnen. Denn bei einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent pro Jahr kommt man nach zehn Jahren auf ein erspartes Vermögen von rund 187.200 Euro. Rechnet man die Abgeltungssteuer ab, bleiben etwa 176.210 Euro, die zur Tilgung des Darlehens verwendet werden können. Damit bleibt nach zehn Jahren eine Restschuld von von etwa 124.000 Euro übrig – im Vergleich zum klassischen Annuitätendarlehen ein Vorteil von gut 19.000 Euro.

Experten sehen in diesem Modell durchaus Vorteile, weisen aber daran hin, dass es nur für erfahrene Kapitalanleger geeignet ist. Denn nur wer schon länger mit Fonds erfahren hat, weiß, dass es mal rauf und mal runter gehen kann. Leute, die weniger Erfahrung haben, geraten möglicherweise in Panik, wenn es in einem Jahr mal nicht so gut läuft. Außerdem bringt die Fondslösung nicht nur die Gefahr von Verlusten – etwa bei einem stärkeren Einbruch des Aktienmarktes – auch die Entwicklung der Fonds sind nicht garantiert. Somit kann niemand vorhersagen, ob die Fünf-Prozent-Rendite auch in der Zukunft hält. Für den privaten Selbstnutzer ist also das endfällige Darlehen nicht zu empfehlen. Jedoch kann diese Finanzierungsmethode Anlegern, die über genügend Kapital- und Risikobereitschaft verfügen, steuerliche Vorteile und Einsparungen bereiten.

 

 

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